Es ist wichtig sich dem Thema Partizipation im Kita Team und mit den Kindern langsam zu nähern und sich gemeinsam auszuprobieren. Die Haltung des gesamten Teams gegenüber den Kindern muss sich ändern und es bedarf einer gemeinsamen Einrichtungsentwicklung hin zu partizipativen Alltagsstrukturen. Einen Auftakt könnte beispielsweise in Form eines ersten gezielten Beteiligungsprojekt erfolgen.
Das Team überlegt sich vielleicht, dass sie mit den Kindern einen größeren Ausflug machen möchten. Nun stehen sie vor verschiedenen Fragen: Was können die Kinder dabei mitentscheiden? Was brauchen Sie, um sich überhaupt eine Meinung bilden zu können?
Das Wichtigste ist, ein Gefühl zu bekommen, wie schön es ist Kinder zu beteiligen und wieviel Spaß es ihnen macht. Es ist keine Mehrarbeit, sondern eine andere Art des Arbeitens, die für die Kinder und Erwachsenen Entwicklungschance mit sich bringt.
Wo ist Partizipation nur eingeschränkt möglich? Bei Gesundheitsgefährdung und Hygiene.
Zum Beispiel beim Thema Sonnenschutz: Ein Kind kann nicht abschätzen, wann es einenSonnenbrand oder Sonnenstich bekommt und welche Konsequenzen das hat. Bei diesen Themen müssen wir unsere Macht so einsetzen, dass Schutz erfolgt und dem Kind gut erklären, warum es wichtig ist, dass das jetzt getan wird.
Es ist wichtig zu reflektieren, wie setze ich das durch? Warum will Kind nicht eingecremt werden? Hinterfragen was dahinter steckt, vielleicht soll lieber jemand anderes Kind eincremen.
Partizipation bedeutet nicht Kinder über alles entscheiden zu lassen, aber sie in die sie betreffenden Dinge einzubeziehen. Partizipation kann dann besonders gut gelingen, wenn sie auf allen Strukturebenen spürbar ist, zwischen Träger und Leitung; Leitung und Team und zwischen allen Mitarbeiter:innen, Kindern und Eltern.
Die Partizipation von Kindern in pädagogischen Settings ist ein entscheidender Faktor für ihre Entwicklung und das Erlernen sozialer Kompetenzen. Die im Folgenden genannten Prinzipien sind von großer Bedeutung, um Kindern eine echte Beteiligung zu ermöglichen und sie in Entscheidungsprozesse einzubeziehen:
1. Prinzip der Information
Kinder benötigen klare und verständliche Informationen, um aktiv an Entscheidungen teilzunehmen. Es ist wichtig, ihnen auf altersgerechte Weise zu erklären, worum es geht, welche Konsequenzen Entscheidungen haben und welche Alternativen zur Verfügung stehen. So werden Kinder in die Lage versetzt, fundierte Entscheidungen zu treffen.
2. Prinzip der Transparenz
Transparenz bedeutet, dass Kinder wissen, wie sie sich beteiligen können und welche Wege der Partizipation ihnen offenstehen. Pädagogische Fachkräfte sollten dafür sorgen, dass Kinder regelmäßig die Möglichkeit haben, an Entscheidungsprozessen teilzunehmen und diese Prozesse nachvollziehen können. Alltagsbeispiele wie die Auswahl des Essens oder die Entscheidung, ob sie draußen spielen oder am Morgenkreis teilnehmen möchten, sind wichtige Gelegenheiten, um Partizipation zu üben.
3. Prinzip der Freiwilligkeit
Partizipation darf niemals erzwungen werden. Kinder sollten die Freiheit haben, selbst zu entscheiden, ob sie sich beteiligen möchten oder nicht. Ihre Entscheidung sollte gleichberechtigt neben der Entscheidung der Erwachsenen stehen. Pädagogische Fachkräfte sollten Kindern Raum geben und sie respektvoll begleiten, unabhängig davon, ob die Kinder sich aktiv beteiligen oder nicht.
4. Prinzip der Verlässlichkeit
Verlässlichkeit schafft Vertrauen. Kinder müssen darauf vertrauen können, dass getroffene Entscheidungen auch umgesetzt werden. Wenn dies nicht möglich ist, ist es wichtig, den Kindern die Gründe dafür verständlich zu erklären und sie in den nächsten Schritten der Entscheidungsfindung zu unterstützen. Verlässlichkeit fördert das Vertrauen der Kinder in die Erwachsenen und in die Prozesse, an denen sie beteiligt sind.
5. Prinzip der individuellen Begleitung
Jedes Kind ist einzigartig und benötigt unterschiedliche Unterstützung, um sich beteiligen zu können. Die individuelle Begleitung erfordert, dass pädagogische Fachkräfte auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten jedes Kindes eingehen und Unterstützung bieten, die auf das jeweilige Kind abgestimmt ist. Dies könnte durch zusätzliche Erklärungen, das Anbieten von Alternativen oder die Ermutigung zur Teilnahme geschehen.
Durch die Anwendung dieser Prinzipien können pädagogische Fachpersonen eine partizipationsfreundliche Umgebung schaffen, die Kinder ermutigt, aktiv an Entscheidungsprozessen teilzunehmen und ihre eigenen Meinungen und Wünsche zu äußern.